Lukas

Geschichte

Blender
Schützenmeister des Vereins
Blick zurück in Dankbarkeit

In der Zeit des deutschen Kaiserreiches, genau am 12. Dezember 1895, versammelten sich 13 ehrbare Bürger aus Ermengerst und gründeten einen Schützenverein. Vorher hatte man Schießabende in "Privatlokalen" abgehalten, nun wurde die Dorfwirtschaft zum Treffpunkt des neuen Vereins. Der § 1 der Statuten lautete: "Zweck des Vereins ist ist die Übung des Zimmerstutzenschießens und die Pflege der Geselligkeit." Wie aus den Aufzeichnungen hervorgeht wurde der zweite Punkt auf keinen Fall vernachlässigt. Große Ausflüge nach Hohenschwangau, Lindau und Kloster Andechs zeugen vom regen Unternehmungsgeist der damaligen Schützen.

Mitten hinein in das blühende Vereinsleben brach der erste Weltkrieg. 1916 musste man den Schießbetrieb einstellen, weil fast alle Schützen einberufen waren. Der unselige Krieg riss schmerzliche Lücken in die Reihen der Mitglieder, und erst nach der Inflation 1923 ging es mit dem Vereinsleben wieder aufwärts. Ein festlicher Höhepunkt war das 30jährige Jubiläum im Jahre 1925.

Im dritten Reich erlangte der Schießsport als vormilitärische Übung eine unliebsame Bedeutung. Massiv gängelte der Staat das Schützenwesen in seinem Sinne. Im Jahre 1939 verdunkelte sich der politische Himmel, und die Geisel des Krieges kam innerhalb einer Generation zum zweiten Mal über die Menschen. Eindrucksvolle Protokolle berichten über die Notzeiten: Die älteren Schützenkameraden schickten Feldpostpakete an die Front, das Zeltenschießen fiel wegen Brotmangels aus, Meldungen vom "Heldentot" beliebter Mitglieder erschüttern die Familien. "Am 27. April 1945 rasselten französische Panzer durch unseren Ort, und am anderen Tag hieß es Waffen abliefern", schrieb der damalige Vereinschronist Ignaz Berkmann. Acht Monate später befahl die Militärrregierung die Auflösung des Vereins. Die Vereinskasse wurde der Feuerwehr und der Kirche vermacht.
Die Bahnhofswirtschaft war das Gründungslokal des Schützenvereins
Ermengerst. 1899 brannte das Haus ab. Nach dem Wiederaufbau war es weiterhin Schießlokal. Durch den Anbau des Die Bahnhofswirtschaft war das Gründungslokal des Schützenvereins Ermengerst. 1899 brannte das Haus ab. Nach dem Wiederaufbau war es weiterhin Schießlokal. Durch den Anbau des "Cafes" 1954 verbesserte sich das Angebot wesentlich. 1973 wurde die Wirtschaft geschlossen.
Erst im Jahre 1950 schlug für den Verein die Stunde der Wiedergeburt, denn das Schießen mit Luftdruckwaffen wurde nun genehmigt. Schützenmeister Georg Lehr mit seinen bewährten Mannen betrieb den Neuaufbau, so dass auch die Ermengerster Schützen am allgemeinen Aufschwung des Schießsports teilnehmen konnten. Die ersten Handkurbelscheiben wurden angeschafft, womit das mühsame "Aufzeigen" ein Ende hatte. 1966 stellte sich der Verein die Aufgabe, erstmals alle Schützenvereine der Marktgemeinde an einen Stand zu bringen. Aus diesem Wunsch heraus wurde das inzwischen zur Tradition gewordene Farbenschießen ins Leben gerufen.

1973 mietete der Schützenverein in der ehemaligen Sennerei zwei Kelleräume an und baute sie in Eigenleistung zum Schützenheim aus (6 Stände und Aufenthaltsraum) Die Schützen bewirtschafteten das Lokal selber. Wegen der Mitgliederzunahme suchte man schließlich nach  größeren Räumlichkeiten 1973 mietete der Schützenverein in der ehemaligen Sennerei zwei Kelleräume an und baute sie in Eigenleistung zum Schützenheim aus (6 Stände und Aufenthaltsraum) Die Schützen bewirtschafteten das Lokal selber. Wegen der Mitgliederzunahme suchte man schließlich nach größeren Räumlichkeiten
Ein unerwarteter Rückschlag traf den Verein im Februar 1973, als die Bahnhofswirtschaft geschlossen wurde und die Schützen auf der Straße standen. In dieser Not fand der tatkräftige Schützenmeister Helmut Liebherr eine Lösung: Er mietete in der ehemaligen Sennerei zwei Kellerräume an und baute sie mit seinen Schützenkameraden aus. Elf Jahre lang spielte sich nun das Vereinsleben in diesem selbstbewirtschafteten Lokal ab. Die Erinnerungen an die einzigartige Atmosphäre in den rauchgeschwängerten Gewölben weckt heute noch nostalgische Gefühle.
Von links: Gebhard Kaiser und Edwin Enderle, die Gründungsväter der GmbH und Von links: Gebhard Kaiser und Edwin Enderle, die Gründungsväter der GmbH und "Leitwölfe" beim Bau des Bürgerhauses, der bis 2011 tätige Bürgermeister Heribert Guggenmos und Schützenmeister Dodel Werner, die sich für die Schaffung der neuen Schießanlage verantwortlich zeigen
Die Schützen waren versorgt, wenngleich die räumliche Enge bei steigenden Mitgliederzahlen zu Problemen führte. Außerdem wurde das Fehlen einer öffentlichen Dorfwirtschaft als großer Mangel empfunden. Angesichts dieser Mißstände faßten die Verantwortlichen von Gemeinde und Schützenverein einen kühnen Entschluß: Man gründete unter der Federführung von Bürgermeister Gebhard Kaiser und Schützenmeister Edwin Enderle die sogenannte Bürgerhaus GmbH und errichtete ein modernes Gasthaus mit 17 Schießständen. Stolz auf das großartige Gemeinschaftswerk glaubten die Schützen, aller Sorgen enthoben zu sein.

Schützenhaus und Landgasthof Schützenhaus und Landgasthof "alte säge" heute
Aber schon bald entstand ein neues Problem: Wegen der häufigen Saalveranstaltungen mußten die Schießstände dauernd auf und abgebaut werden, eine Belastung die nicht länger tragbar war. Da rafften sich Gemeinde und Verein nochmals zu einem großen Kraftakt auf und errichteten eine unterirdische Schießanlage mit 20 Ständen. Genügend Platz für den Dreistellungskampf und die nötigen Nebenräume (Umkleide, etc.) vervollständigten die hochmoderne Sportstätte. Damit machen sich die Schützen ein wahrhaftig würdiges Geburtstagsgeschenk zu ihrem 100jährigem Jubiläum in der Hoffnung, das die nächsten Jahrzente etwas ruhiger verlaufen mögen.